Sohn der weißen Stute - 4K-restauriert ab 13.8. im Kino!

SOHN DER WEISSEN STUTE
Limited Release ab 13.08.2020

Psychotronisches Trickfilm-Klassiker vom ungarischen Walt Disney, erstmals restauriert in 4K.

OT: Fehérlófia - Ungarn 1981, R: Marcell Jankovics

„Es war einmal vor langer Zeit, da stand in einem Land so weit von hier, fast schon am Höllentor, eine alte Zerreiche. Sie hatte 77 Wurzeln und 77 Äste. Auf den 77 Wurzeln standen 77 Drachen. Auf den 77 Ästen saßen 77 Raben… Hör lieber zu, mein Sohn“, sprach die Weiße Stute, „auf dass die Drachen dir nicht die Seele stehlen und dir die Raben nicht die Augen aushacken! Es waren einmal ein König und eine Königin, die hatten drei Söhne, alle groß und stark. Sie lebten glücklich und zufrieden, bis sie die Warnungen des Königs missachteten und die Kette des Drachen zerbrachen. Und über uns brach die Hölle herein… --- 

Der in seiner Heimat als „ungarischer Walt Disney“ gefeierte Marcell Jankovics arbeitete drei Jahre an der Umsetzung seines zweiten Langfilms SOHN DER WEISSEN STUTE, der 1981 die Herzen von Filmliebhabern eroberte und drei Jahre später von Filmkritikern in L.A. bereits zu den 50 besten Animationsfilme aller Zeiten gezählt wurde. Jankovics, der, als er 1979 mit der Arbeit an dem Film begann, bereits mit einer Oscar-Nominierung und einer Goldene Palme für seine Kurzfilme SISYPHUS und KAMPF belohnt worden war, brennt in seinem psychedelischen Märchen ein wahres Feuerwerk an Farben, Formen und Geräuschen ab und schuf damit einen bis heute einzigartigen Animationsfilm, bei dem Jung und Alt immer noch Augen und Ohren übergehen werden!

"Ein absolut einzigartiges, phantasieerweiterndes Erlebnis. Für manche ein Augenöffner und für den Rest ein LSD-Trip. Eine Explosion von Farben und Tönen von einem der phantasievollsten Köpfe des Animationsfilms, Marcell Jankovics." (The Spread)

"Hier ist alles im Fluss, Hintergründe wie Figuren sind in einem ständigen Wandel begriffen, oben ist unten, vorne ist hinten, nichts ist beständig. Das verleiht Sohn der weißen Stute eine sehr traumartige, teils psychedelische Atmosphäre." (film-rezensionen.de)

"Der Einfluss der Zensoren lässt sich vor allem an einem Punkt festmachen. Die Geschichte war als immer wiederkehrender Zyklus angesetzt, was sich auch bildlich in vielen Kreisen widerspiegelt. Da aber gemäß der Lehre von Karl Marx Geschichte immer linear erfolgt, musste hier korrigiert werden. Dem Unterhaltungswert tut dies wenig Abbruch, aber es zeigt wieder einmal sehr schön, wie sinnentleert und unqualifiziert Zensoren denken und "arbeiten". Hauptsache reingeredet, der Rest ist egal." (Evil Ed)

"Ein filmgeschichtlicher Meilenstein der psychedelischen Abteilung des avantgardistischen Animationsfilms." (indiekino)

"Selten hat das Kino einen solch psychedelischen Farben-, Formen- und Soundrausch hervorgebracht." (Süddeutsche Zeitung)

"Atemberaubend experimentell." (taz)

"Marcell Jankovics arbeitet zwar mit denkbar einfachen Mitteln, mit linearer Narration, mit Figurentypen und -konstellationen auf vorbestimmten Bahnen. Aber dennoch sperrt sich sein Film erfolgreich dagegen, leicht verständlich zu sein, sauber einzuordnen oder zu analysieren. Er verleitet dazu, sich in traditionellen Märchenbilderwelten zu verlieren und tischt einem Monster auf, die vage an frühe Pixelart erinnern oder die aus Kanonenrohren zusammengesetzt scheinen. Als seien die Bilder nicht in erster Linie aus dem Narrativ inspiriert, sondern entstünden alle immer nur aus sich selbst heraus, als obligatorische Folge aus dem vorangegangenen Bild, das wiederum in die nächste bildliche Expression mündet, ein einziges Kontinuum." (Perlentaucher)

"Würde man diesen Trickfilm heute einem uneingeweihten Publikum zeigen, käme wohl kaum jemand auf die Idee, dass es sich um eine sozialistische Produktion handelt." (Junge Welt)

"Willkommen in der Welt der ungarisch-hunnischen Mythologie! Fanyüvő (wörtlich „Baumausreißer“), ist der titelgebende Sohn einer weißen Stute. Dank der Milch des Mutterpferds wächst er zum stärksten Mann der Welt heran. Nicht mal seine beiden Brüder, selbst geschmückt mit imposanten Namen – Kőmorzsoló (oder „Steinzerbrösler“) und Vasgyúró („Eisenkneter“) – können mit ihm mithalten. Beseelt von grenzenlosem Ehrgeiz und dem Wunsch der guten Tat macht sich Fanyüvő auf den beschwerlichen Weg in die Unterwelt. Denn dort hausen drei vielköpfige Drachen, die sich nicht nur die Welt untertan gemacht, sondern auch drei schöne Prinzessinnen geraubt haben. Doch nicht nur die Drachen sind listige Wesen, auch die anderen Bewohner der Unterwelt machen die Reise zu einem gefährlichen Abenteuer.

Der klassische Sagenstoff FEHÉRLÓFIA folgt der Prosadichtung László Aranys (1844-1898). Regisseur und Zeichentrickkünstler Marcell Jankovics gießt die Erzählung in ein unvergleichliches, psychedelisches Animationsfest. Bilder fließen ineinander, Perspektiven und Formen wechseln in rascher Abfolge, es entsteht ein kaleidoskopischer Sog, ein regelrechter Farbenrausch. FEHÉRLÓFIA feierte seine Premiere 1981, kam in Deutschland aber leider nie ins Kino." (SHIVERS/Max Heermann)




HUN 1981
81 Min.

Regie:
Marcell Jankovics

Drehbuch:
László György, Marcell Jankovics

Kamera:
Zoltán Bacsó

Schnitt:
Magda Hap, Mária Kern, Valéria Pauka, Judit Szarvas

Musik:
István Vajda

Produktion:
Aleksi Bardy, Aija Berzina, Alise Gelze

Mit:
György Cserhalmi, Vera Pap, Gyula Szabó, Mari Szemes, Ferenc Szalma, Szabolcs Toth (Synchronsprecher*innen)